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Ausgehandelte Sicherheit (negotiated safety)

Viele schwule Männer bedienen sich einer Strategie, die als “ausgehandelte Sicherheit” bezeichnet wird. Sie verzichten in ihrer Partnerschaft auf Kondome, halten sich aber bei Sex außerhalb der Partnerschaft an die klassischen Safer-Sex-Regeln. So versuchen sie, das Infektionsrisiko auf ein für sie akzeptables Maß zu reduzieren, zugleich aber beim Sex nicht zu viele Einschränkungen auf sich zu nehmen. Es geht also um möglichst viel Spaß bei möglichst wenig Safer-Sex-Aufwand.

Welchem Risiko man sich dabei aussetzt, lässt sich nur im Einzelfall abschätzen. Überschaubar ist das Risiko in festen Partnerschaften, wenn man einander wirklich vertraut und klare Absprachen getroffen werden. Voraussetzung ist, dass beide Partner einen HIV-Test machen (drei Monate nach der letzten Risikosituation). Wichtig: Wenn einer der Partner doch einmal ungeschützten Sex mit jemand anderem hat, muss er mit seinem Freund darüber sprechen. Bis zum nächsten HIV-Test – drei Monate später – sind dann erst mal wieder Kondome angesagt.

Bei flüchtigen Kontakten oder in frischen Liebesbeziehungen ist von “ausgehandelter Sicherheit” abzuraten: Man kennt den Partner noch nicht gut genug. Klassischer Safer-Sex ist hier die bessere Strategie.

Inhalt mit freundlicher Genehmigung der DAH-Kampagne “Ich weiß was ich tu”:
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